Bill Mollison, oft liebevoll „Vater der Permakultur“ genannt, war ein australischer Naturforscher, Biologe, Ökologe und genialer Querdenker – und einer der wichtigsten Vordenker des 20. und 21. Jahrhunderts für nachhaltiges Leben.
Wer war er wirklich? Geboren 1928 in Tasmanien, arbeitete er zunächst als Fischer, Buschläufer, Müller und Waldarbeiter. Ab den 1950er Jahren war er für die tasmanische Wildtierbehörde tätig und beobachtete dort, wie schnell sich natürliche Systeme selbst organisieren und stabilisieren können – ohne menschliches Eingreifen. Diese Beobachtungen führten ihn zu der Überzeugung: „Das Problem ist die Lösung“ – ein Satz, der später zur zentralen Permakultur-Devise wurde.
1974–1978 entwickelte er gemeinsam mit seinem Studenten David Holmgren die Grundlagen der Permakultur. 1978 erschien das legendäre Buch „Permaculture One“, 1988 dann das umfassende Standardwerk „Permaculture – A Designers’ Manual“ (auf Deutsch: „Einführung in die Permakultur“).
Seine Kernideen – immer noch revolutionär
- Jede Funktion sollte von mehreren Elementen erfüllt werden, jedes Element mehrere Funktionen haben.
- Arbeite mit der Natur, nicht gegen sie.
- Das Problem ist die Lösung (z. B. „Unkraut“ = kostenloser Dünger und Bodenverbesserer).
- Energie am Ort erzeugen und verbrauchen (Zonen- und Sektorenplanung).
- Kleine, langsame Lösungen sind oft besser als große, schnelle.
- Der Ertrag eines Systems ist theoretisch unbegrenzt – die einzige Grenze ist die Kreativität des Gestalters.
Was Bill Mollison der Welt hinterlassen hat
- Das weltweite Permakultur-Netzwerk mit Zehntausenden Absolventen von 72-Tage-Designkursen (PDC).
- Das Permaculture Research Institute Australia und zahlreiche Tochter-Institute.
- Den Satz: „Ich habe noch nie einen Permakultur-Garten gesehen, der gescheitert ist – nur Gärtner, die aufgegeben haben.“
- Den Spruch: „Wenn du denkst, du bist zu klein, um etwas zu bewirken, dann hast du noch nie mit einer Mücke im Schlafzimmer geschlafen.“
Persönliche Anekdote Bill war bekannt für seinen trockenen Humor und seine direkte Art. Auf die Frage, was er von Gentechnik halte, antwortete er: „Ich bin nicht gegen Gentechnik – ich bin dafür, dass sie nur an den Leuten angewendet wird, die sie erfinden.“
Fazit Ohne Bill Mollison gäbe es weder Permakultur-Designkurse noch Hügelbeete in Millionen Gärten, keine Food-Forests in Städten und keine weltweite Bewegung für regenerative Landwirtschaft. Er hat uns beigebracht, die Welt nicht nur zu erhalten, sondern aktiv zu heilen – mit Intelligenz, Beobachtung und einem Lächeln.
„Die einzige ethische Entscheidung ist, Verantwortung für unser eigenes Dasein und das unserer Kinder zu übernehmen.“ – Bill Mollison
Danke, Bill.