Unter Umgraben versteht man das Wenden der oberen Bodenschicht mit Spaten oder Grabegabel. Dabei wird die Erde gelockert, verfestigte Schichten werden aufgebrochen, und organisches Material wie Kompost oder Mist kann direkt mit eingearbeitet werden. Umgraben ist ein klassischer Arbeitsschritt im Gemüse- und Bauerngarten, besonders im Herbst oder zeitigen Frühjahr.
Typische Ziele des Umgrabens:
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Boden lockern
Verdichtete Böden werden wieder durchlässiger, Wasser kann besser versickern und die Wurzeln finden mehr Luft und Raum. -
Unkraut reduzieren
Beim Umgraben werden Wurzeln und Pflanzenreste vieler Beikräuter herausgeholt oder nach oben befördert, wo sie leichter entfernt werden können. -
Nährstoffe einarbeiten
Kompost, Mist oder andere organische Dünger lassen sich beim Umgraben gut in den Boden einbringen, sodass sie den Pflanzen später zur Verfügung stehen. -
Beet vorbereiten
Für neue Beete, Kartoffelreihen oder stark durchwurzelte Bereiche ist Umgraben oft der erste Schritt, bevor gesät oder gepflanzt wird.
Gleichzeitig wird heute immer häufiger über Alternativen zum klassischen Umgraben gesprochen („boden-schonender Anbau“, „Mulchgarten“, „No-Dig“). Denn starkes Wenden der Erde stört auch Bodenlebewesen, Pilzgeflechte und die natürliche Bodenschichtung. In manchen Gärten genügt es, den Boden nur zu lockern (z. B. mit einer Grabegabel) und organisches Material obenauf zu mulchen, statt alles komplett zu drehen.
Im Landleben-Lexikon steht Umgraben damit für eine traditionelle Methode der Bodenbearbeitung, die viele Gärtnerinnen und Gärtner kennen, die aber zunehmend durch schonendere Verfahren ergänzt wird.