B – Brennnesseln (Urtica dioica & Urtica urens)
Die Große und die Kleine Brennnessel sind die ungeschlagenen Superhelden jedes Permakultur-Gartens – kostenlos, überall wachsend und so nützlich, dass man sie fast schon als Wunderpflanze bezeichnen darf.
Warum Brennnesseln Gold wert sind
- Nährstoffgigant: Enthält bis zu 6 % Stickstoff, viel Kieselsäure, Kalium, Kalzium, Eisen (mehr als Spinat!) und Vitamin C
- Tiefwurzler: Holt Mineralien aus über 2 m Tiefe nach oben
- Wächst auf fast jedem Boden, auch im Halbschatten
- Vermehrt sich selbst, sät sich aus und bildet Ableger
- Absolute Bienen- und Schmetterlingsweide (über 50 Schmetterlingsarten legen hier ihre Eier ab, z. B. Tagpfauenauge, Kleiner Fuchs, Landkärtchen)
Die besten Verwendungen im Permakultur-Alltag
- Brennnesseljauche (Flüssigdünger) → 1 kg frische Brennnesseln in 10 l Regenwasser, 10–14 Tage gären lassen (täglich umrühren). → 1:10 verdünnt = Stickstoff-Booster für Tomaten, Kürbis, Kartoffeln → 1:50 verdünnt = Blattdünger gegen Blattläuse und Pilze
- Frischer Mulch → Gehäckselt oder angetrocknet direkt um Starkzehrer legen – zersetzt sich blitzschnell und düngt dabei.
- Kompost-Aktivator Nr. 1 → Beschleunigt die Rotte, erhöht den Nährstoffgehalt enorm.
- Essbar & gesund → Junge Triebe (März–Mai) wie Spinat kochen → Brennnessel-Spinat, Suppe, Smoothie, Tee → Samen im Herbst ernten → nussig-knusprig als Superfood über Salate streuen
- Pflanzenstärkungsmittel → Kaltauszug (24 h ziehen lassen, nicht gären) gegen Mehltau und Blattläuse sprühen.
- Tierfutter → Getrocknet oder als Jauche für Hühner, Kaninchen, Schweine – steigert Legeleistung und Gesundheit.
So halten Sie Brennnesseln im Zaum
- An gewünschten Stellen stehen lassen (z. B. unter Obstbäumen, am Kompost, als Hecke).
- Regelmäßig absensen oder mähen → sie treiben sofort wieder nach und werden zarter.
- Wurzeln im Frühjahr ausgraben und umsetzen, wenn Sie neue Standorte wollen.